ProppeVoller Saal im Kabelmetal: Das nö Theater spielt auf Einladung der STATION Überraschend ein stück über die deutsche bahn.
Genau so ist das also, wenn man die Katze im Sack gekauft hat: Man erlebt eine Überraschung. Und eine Gute obendrein! Eigentlich hätte das mehrfach preisgekrönte Kölner nö-Theater bei uns sein letztes Stück “Monopoly” aufführen sollen, die erste Rate dazu war bereits bezahlt, der Termin gesetzt. Dann sahen Steffen und ich das Stück – und machten einen Rückzieher. Irgendwie zu schwer für unsere Region. Nicht anschlussfähig (dabei absolut sehenswert!). Stattdessen boten wir an, das nächste Stück bereits jetzt mit dem vereinbarten Honorar vorzufinanzieren – und dann genau das zu nehmen, was das nö-Theater uns eben bieten würde. Suprise us!
Herausgekommen ist nicht nur ein Stück über die Deutsche Bahn (wir hätten es uns ja denken können!), sondern auch eine richtig ausverkaufte Halle im Kabelmetal und Ticketing-Erlöse, von denen wir alleine noch nicht mal hätten träumen können: Wir sind mehr oder weniger bei Null wieder rausgekommen, haben unser “Invest” also zurückbekommen – und können es nun anderweitig wieder für Kultur ausgeben. Riecht nach Wiederholgung (finden zumindest wir…)
Für “Geschichten aus der zweiten Klasse” hat sich das nö theater auf eine Recherche-Reise quer durch die Republik begeben, hat u.a. mit Gewerkschaftschef Klaus Weselsky gesprochen oder mit einer Lokführerin, die nie Schicht hat und dennoch ihre Arbeit liebt. Herausgekommen ist ein tiefsinnig-komisches und liebevoll-bissiges Stück über die Deutsche Bahn und ihre Fahrgäste, über den Kapitalismus und das Leben, über die Nöte und ihre Tugenden.
Kooperiert haben wir für die Aufführung mit dem kabelmetal in Schladern, wo es gelungen ist, ein ehemaliges Kupferwerk in atemberaubende Kulturräume und eben auch: einen grossen Theater-Saal zu verwandeln. In unsere STATION hätten maximal 50 Menschen reingepasst, ins kabelmetal passen bequem 300 Menschen hinein – zumal sich der Ort selbst sehr darüber freut, wenn seine Räume mit guter Kultur bespielt werden UND es für Theater-Truppen oft äußerst schmeichelhaft ist, auf großen Bühnen und vor viel Publikum zu spielen. Für uns tatsächlich ein no brainer: Wir bringen das Programm und kümmern uns im Rahmen und Kommunikation dazu, das kabelmetal stellt den Ort und die Technik – mit vollem Erfolg! Am nächsten Tag wird Oli, der Techniker des kabelmetal zu uns sagen: So voll war unser Theater-Saal seit Corona nicht mehr. Und die Crew des nö-Theaters wird in der gemeinsamen Nachlese feststellen: Ganz schön aufreibend, an einem neuem Ort und vor völlig fremden Publikum zu spielen! Und auch eine tolle, wichtige Erfahrung – Mann, war das voll und laut! Wir haben viel gelernt!
Alleinig unser Fördergeber von NRW Dritte Orte meldet nach wie vor Bedenken darüber an, dass eine Produktion, die wir mit Förder-Mitteln vorfinanziert haben, nicht in der STATION selbst sondern an einem benachbarten Kultur-Ort stattgefunden hat (und demnächst erneut stattfinden wird). Da wir noch nicht eindeutig verstanden haben, worin genau das Problem besteht, bleiben wir dennoch bei unserer Strategie: ein Win-Win-Win für alle, finden wir. Insbesondere für die Kultur und fürs Windeck. Bis auf Weiteres möchten wir euch sogar zum Nachahmen in euren eigenen Regionen anregen: Warum das Rad neu erfinden und aufwendig Raum für Programm herstellen, dass anderweitig 1. leichter zu bewerkstillen und 2. viel besser aufgehoben ist? Es gibt viel unbespielten Raum auf dem Land mit enormen ungehobenen Potenzialen: Tun wir uns zusammen! Kooperieren wir! Ko-Kreieren wir!
Das nö theater hat übrigens letztes Jahr den Kölner Theater Preis gewonnen – und zwar für ein Stück, das sie im Dezember 2026 bei uns in der Region aufführen werden. Wieder in Kooperation mit Kabelmetal. Dieses Mal ermöglicht durch eine Förderung von Tiny Connections (und nicht durch Mittel des Förderprogramms NRW Dritte Orte).
Wir lernen: Ein Theater-Stück lässt sich nicht mal eben so für eine neue Bühne umschreiben. Das macht richtig viel Arbeit. Das erfordert einen langwierigen Aufbau, Sound und Licht-Check. Das braucht gute Kommunikation und Planung.
Und: Das kann eigentlich keiner bezahlen – ausser: Wir füllen damit einen grossen Saal! Das haben nicht zuletzt soeben selbst unter Beweis gestellt. Also tun wir es wieder.
Trommelwirbel: Wir kündigen hiermit gleich die nächste Produktion des nö-Theaters im Schladerner kabelmetal an – 35 Tonnen. Eine Theaterreise durch den globalen Kokainhandel – von Südamerika bis NRW. Schonungslos, immersiv und verstörend.
Am Donnerstag, 3. Dezember 2026 um 18 Uhr im kabelmetal. Mehr Infos & Ticket findest Du demnächst in unserem Programm.