Über die Ausstellung “ZÜGE. ZEIT. ZEUGEN.”
Die Ausstellung “Züge. Zeit. Zeugen” erzählt von einem 165-Jahre-alten-Bahnhof, den die lokale Bevölkerung in einer gemeinsamen Kraftanstrengung nach 20 Jahren im Leerstand von einem Lost Place in einen lebendigen Ort für Kultur & Begegnung verwandelt hat. Gleichzeitig versteht sich die Ausstelltung als Eröffnungssause: Nach 12 Monaten auf der Baustelle geht nun auch der zweite und letzte Teil der STATION in Betrieb: unsere Kulturräume. Oder auch: Neuer Freiraum!
Seit Februar 2026 sammelt Quartiersmanager Anselm Maria Sellen Geschichten. Zu seinen “Schaltergesprächen” sind in den vergangenen Monaten viele Menschen gekommen, im Gepäck Fotos, Artefakte und Erinnerungen rund um “unseren” Bahnhof und sein Quartier. Da hat damals der Chor geprobt. Hier hat es immer köstlich nach Fleischwurst gerochen. Das hier ist meine Original-Schaffner-Mütze von damals. Über die Monate ist dabei ein beachtliches Mosaik aus Erzählungen entstanden, das Anselm nun in Zusammenarbeit mit Mediendesigner Lukas Ullrich und Upcycling-Künstler Fabian Seiler in “Züge. Zeit. Zeugen.” lebendig werden lässt.
Ein ehemaliger Fahrkartenverkäufer erinnert sich. Eine Anwohnerin schwärmt vom Fest zum hundertfünfzig-jährigen Bestehen des Bahnhofs (und von der Mühe, die sich die Bundesbahn damals noch mit ihren Kunden gab). Ein Lokführer spielt Star Wars auf der Trompete. Kunstvoll verweben sich Vergangenheit und Gegenwart zu einem Flickenteppich aus Erzählungen, der den Boden bildet für die noch-größere-Erzählung: die eines Bahnhofs, der zum Dritten Ort für Kultur und Begegnung wird, einem Ort, an dem Menschen gerne zusammenkommen, sich austauschen, wach werden, gemeinsam für die gute Sache gehen.
“Züge. Zeit. Zeugen” ist eine Ausstellung zum Anfassen, Mitmachen und Mitgestalten an einem zukunftsträchtigen Ort – eine explizite Einladung an Familien mit Kindern geht raus! Dazu gibt’s selbstgemachte Pizza und Waffeln auf dem Bahnhofsvorplatz sowie die ein oder andere Pop-Up-Performance und launige “Führungen durchs Quartier”.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Pizza und Waffeln gibt’s auf Spendenbasis (nur Bargeld), Kaffee, Kuchen und kalte Getränke gibt’s zum Café-Tarif (auch Karten-Zahlung möglich).
Programm Am Samstag, 12. September // 11 - 18 Uhr (Tag der dritten Orte)
11.00 - 11.45: Stationstaufe & Ausstellungs-Eröffnung
12.00 - 18.00: Pop Up Theater mit Verena Volland
12.00 - 16.00: Pizza
15.00 - 17.00: Waffeln
15.30 - 16.00: Führung durchs Quartier: Vergangenheit trifft auf Gegenwart trifft auf Zukunft
Programm am Sonntag, 13. September // 11 - 18 Uhr
11.00 - 12.00: Familienkonzert Quatsch mit Strophen
12.00 - 16.00: Pizza
14.00 - 14.15: Offizielle Spenden-Übergabe des Rotary Club Westerwald an den Stationista e.V.
14.15 - 14.45: Konzert: Quartett Cuattro Domus
15.00 - 17.00: Waffeln
15.30 - 16.00: Führung durchs Quartier: Vergangenheit trifft auf Gegenwart trifft auf Zukunft
17.30 - 18.00: Gemeinschaftlicher Endgesang
Das Team hinter der STATION steht an beiden Tagen gerne für Gespräche, O-Töne, Fotos und Interviews zur Verfügung. Bitte meldet euch als Pressevertreter:innen vorab kurz bei uns an, um einen geeigneten Zeitpunkt dafür abzustimmen: presse@diestation.org
HINTERGRUND: ÜBER DIE STATION
Fast 20 Jahre hat der Bahnhof in Au an der Sieg leer gestanden. Erst ist die Gaststätte verschwunden, dann die Poststelle, der Kiosk und der Fahrkartenschalter, als letztes die Toiletten und der Warteraum. Für die Menschen aus Au und Umgebung: ein Trauerspiel. Für sie ist der Bahnhof weit mehr als ein Verkehrsknotenpunkt gewesen: Er war die Herzkammer des Ortes. Als es dem Bahnhof gut ging, ging es dem Dorf gut.
Dann trafen sich ein paar Zugezogene und beschlossen, sich der Sache anzunehmen. Sie gründeten einen Kulturverein, holten die Deutsche Bahn und die Gemeinde Windeck an Bord, organisierten Landes- und Bundesmittel für die Sanierung der Immobilie und den zukünftigen Kulturbetrieb und sanierten dann an der Seite weiterer dreißig ehrenamtlicher Helfer:innen aus der Region die 280 Quadratmeter im Erdgeschoss des Bahnhofs. Neun Monate später, im April 2026, eröffneten sie den ersten Teilabschnitt der STATION: ein wunderschönes Bahnhofs-Café mit gutem Kaffee und selbstgebackenen Kuchen sowie einen rund um die Uhr begehbaren Werkraum, Warteraum und Toiletten für alle Fördermitglieder.
Seither lebt der Bahnhof wieder: als Begegnungsort, an dem Menschen gerne ankommen und verweilen. Als Ort mit Identität und Geschichte, an den sich viele “noch von früher erinnern” – und der nun durch die Hände vieler äußerst talentierter Handwerker, Schreiner und Künstlerinnen in völlig neuem Glanze erstrahlt!. Und als Raum für neue Formen des Wirtschaftens, des Arbeitens und des Zusammenseins, an dem an einer gesellschaftlichen Vision gesponnen wird, die weit über den Ort selbst hinausweisen könnte.
Das Café der STATION hat jeden Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. An den Wochenenden finden ab September wechselnde Kulturveranstaltungen statt – vom preisgekrönten Gastspiel des Kölner nö-Theaters über den Disco-Brunch und den Chansons-Abend bis hin zum Live-Hörspiel oder dem Roof-Top-Konzert (im benachbarten Kulturhafen e.V.). Und auch ausserhalb der regulären Öffnungszeiten können Mitglieder des Vereins die Räumlichkeiten für eigene Angebote aus den Bereichen Kunst, Kultur und Soziokultur nutzen.