Neues jahr, neuer verein. und ‘ne ug noch obendrein! Oder doch nicht?
Ich habe letztes Jahr hinter den Kulissen eigentlich konstant darüber nachgedacht, welche Rechtsformen der STATION wohl am besten zu Gesicht stehen könnten. Leise und laut. Mit vielen unterschiedlichen Menschen, Beraterinnen undsoweiter. Ein gemeinnütziger Verein stand für mich dabei ganz unten auf der Liste (und war zwischenzeitlich einvernehmlich auch wirklich mal völlig runter vom Tisch). “Damit lässt sich nicht wirtschaften”. “Das fühlt sich nicht wendig genug an” “Dann lieber eine gGmbH!”. So meine-unsere Vorbehalte. Nun ist es anders gekommen. Der Stationista e.V. ist geboren.
Montag Vormittag. Andrea & Anna-Zeit: Zoom an, Kaffee dampfen und Köpfe rauchen lassen.
Seitdem Andrea da ist, haben die Themen Organisationsform und Business-Modell endlich so richtig Fahrt aufgenommen. Wir checken wöchentlich ein. Spinnen Fäden weiter. Greifen Fäden auf. Lassen Fäden fallen. Wir sind ein Team in einem Design-Prozess. Nur dass es dabei nicht um Mode-Entwürfe, Stoffe oder Farben geht, sondern um Rechtsformen, Geldströme und Satzungszwecke.
Das, was sich für viele Menschen (und den Rest unserer Crew) eher langweilig anhört, fühlt sich für uns an wie ein Abenteuer: Wir denken eine Organisation von der Pike auf! Wir kalkulieren die Zukunft, betreiben Denksport, werfen uns Bälle und Podcasts zu. Wir spannen ein Dach auf, unter dem sich gemeinsam und gemeinwohl-orientiert wirtschaften lässt! Unter dem möglichst viele Platz haben, unter dem Raum für Wachstum ist. Und das uns gleichzeitig davor schützt, in alte Wirtschaftslogiken zurückzufallen – ergo: den Profit an oberste Stelle zu setzen (und folglich unseren Sinn aus den Augen zu verlieren).
Das Tolle mit Andrea ist: Auch wenn wir einander ein paar Tage nicht sprechen, entwickeln sich unsere Gedanken dennoch in dieselbe Richtung. Wir haben selten große Störmomente. Meistens hat die Eine (mindestens!) geahnt, was die Andere gerade ausspricht. Es macht uns Spaß, das Neue Wirtschaften! Und uns dämmert immer mehr: Wenn wir es clever anstellen, können wir in der STATION richtig Umsatz machen, insbesondere mit Café- und Kiosk-Betrieb. Wenn wir die Gewinne aus dem Wirtschaftsbetrieb wiederum verbindlich ins Gemeinwohl reinvestieren – in Kunst und Kultur, in soziale Teilhabe, in die Satzungszwecke unseres Vereins – dann können wir einen guten Teil der Gesamtunternehmung absichern. Wenn wir dazu dann noch ein cleveres Mitgliedschaftsmodell aufsetzen, dass die STATION zum Einen für Viele nutzbar macht, zum anderen aber auch die Verantwortung in die Hände von Vielen legt – dann könnte es, wahrlich, klappen!
Wie immer lehrt uns das Projekt: Kommen lassen! Nicht von oben nach unten denken, sondern von unten nach oben. Von der Fläche aus. Vom Ort her, an dem es menschelt – und an dem die Dinge sich von sich aus entwickeln, ohne Ziehen und Zerren.
Und so gründen wir also erstmal einen gemeinnützigen Verein – den stationista e.V.. Anselm, Sarah, Steffen, Andrea, Olesja, Freddy und ich. Machen uns damit unabhängig vom Kulturhafen, der wahrlich genug eigene schöne Projekte hat, um die er sich kümmern muss. Und schauen, was als nächstes passiert.
7 Finger auf einem Glaskristall – unserem Core, wie wir ihn einst spasseshalber tauften und heute völlig ernsthaft nennen. Er reist mit seither. Wenn es wichtig wird zwischen uns, dann ist er dabei. Wir ahnen: Es könnten weitere Rechtsformen hinzukommen. Eine UG / GmbH fürs Café winkt am Horiziont –vielleicht gar von der Pike auf als Gastro-WG gegründet, in der sich unterschiedliche Gastropreneur:innen, Chancen & Risiken, Verbindlichkeiten & Umsatz teilen – auf ein und derselben Fläche. Der Rest wird sich zeigen.
Und egal was kommt: Der stationista e.V. sichert ab jetzt unseren Sinn & Zweck ab. Seine Satzung gilt – über mögliche Eigeninteressen hinaus. Wir sind gewappnet für den Ernstfall: DIE STATION wird, ist und bleibt ein gemeinwohl-orientiertes Wohnzimmer für Kultur und Köstlichkeiten. Da können wir alle Gift drauf nehmen!
Sobald unser Verein eingetragen ist, verlinken wir hier selbstredend auf unsere Satzung – ein kleines Meisterwerk, wie wir finden :-P.
Auf bald – und: Frohes Neues!
Eure Anna (Vorständin) mit Anselm (Stellvertreter), Andrea (Kassenwärtin), Sarah, Steffen, Olesja und Freddy